VoglerRegion. Echt! Lebenswert!

… so lautet unser Leitbild, das die Stärken der Region aufgreift und mit dem wir den zukünftigen Herausforderungen begegnen wollen.
Gemeinsam mit Ihnen wollen wir die VoglerRegion auch weiterhin Echt! Lebenswert! gestalten.

Echt! steht dabei für das Unverwechselbare der VoglerRegion, das aus verschiedenen Einflussgrößen entsteht. Ganz entscheidend sind die Menschen, die durch regionale Verbundenheit, Identität und Engagement ihre Heimat prägen und ihr Miteinander, das sich in der kleinen Region besonders durch Verbindlichkeit auszeichnet. Dazu gehört aber ebenso die einzigartige Landschaft der VoglerRegion, die Grundlage jeglicher Entwicklung und wichtiges identitätsstiftendes Element ist. Auch die hiesigen Ortschaften mit ihren regionaltypischen Gebäuden und Strukturen sind Ausdruck der Unverwechselbarkeit und Identität der Region. Nicht zuletzt stehen die vielfältigen regionalen Produkte und Angebote beispielhaft für die Authentizität der Region und ihrer Bewohner*innen.

Lebenswert! ist die VoglerRegion aufgrund des Zusammenspiels der beschriebenen einzigartigen und unverwechselbaren Elemente. Um dieses lebenswerte Umfeld und die Attraktivität der Region für die hier lebenden Menschen und die Gäste zu bewahren bzw. zu erhöhen, sind eben diese endogenen Potenziale für die weitere Entwicklung zu nutzen und in Wert zu setzen. Vor dem Hintergrund der herausragenden Naturraumpotentiale wollen wir dem Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels besondere Aufmerksamkeit schenken.

Konkret orientieren wir uns bei der Umsetzung unseres Regionalen Entwicklungskonzeptes an folgende fünf Entwicklungszielen:

Lebensqualität steigern

Es sind viele verschiedene Faktoren, die die Lebensqualität in einer Region beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise der Lebensstandard, die Bildungschancen und beruflichen Perspektiven, Infrastruktureinrichtungen, aber auch das soziale Gefüge, Freizeitmöglichkeiten, das Erscheinungsbild der Orte und die Landschaft. Auch wenn die Lebensqualität eher eine subjektive Wahrnehmung als ein objektiv messbarer Indikator ist, lassen sich Maßnahmen zur Verbesserung der äußeren Faktoren umsetzen, die sich positiv auf die Lebenszufriedenheit der Bewohner*innen auswirken. In der VoglerRegion sollen auf unterschiedlicher Ebene und zu verschiedenen Themen Projekte umgesetzt und Prozesse in Gang gesetzt werden, die langfristig dazu führen, die Lebensqualität möglichst aller hier lebenden Menschen zu erhöhen und zugleich Anreize insbesondere für junge Familien und Zuwanderer*innen zu schaffen, sich hier niederzulassen.

Identität und Engagement stärken

Eine ganz entscheidende Größe bei der Bewertung des eigenen Wohnortes und der entsprechenden Region stellt – neben der wirtschaftlichen Perspektive – die Identifizierung mit diesem bzw. dieser dar. Identitätsfördernd wirken dabei vor allem das Erscheinungsbild der Region – dazu gehören insbesondere die Ortschaften wie auch die Landschaft – sowie der Zusammenhalt und das Engagement der Bevölkerung. Sofern eine Verbesserung des Erscheinungsbildes und gemeinschaftliches Engagement Hand in Hand gehen, wirkt das zusätzlich identitätsstiftend.
In der VoglerRegion sollen die Identität und das Engagement der Menschen weiter gestärkt werden – nicht zuletzt weil mehrere Wirkungen zugleich erzielt werden können: Verhinderung von Abwanderung, Stärkung der Gemeinschaft und Aufwertung der Ortschaften – sowohl optisch als auch in soziokultureller Hinsicht.

Naturraumpotenzial in Wert setzen

Das Naturraumpotenzial beinhaltet letztlich das gesamte Leistungsvermögen das Naturraumes einer Region, das für bestimmte Nutzungen des Menschen von Interesse ist bzw. sein kann. Dazu zählen beispielsweise das Ressourcen-, Naturschutz- und Erholungs-, aber auch das Bebauungspotenzial.
Die vom Wesertal durchzogene Mittelgebirgslandschaft der VoglerRegion mit großflächigen Waldgebieten und den landwirtschaftlich genutzten Tälern und Hängen bietet ein enormes naturräumliches Potenzial. Die überwiegend von Land- und Forstwirtschaft geprägte Landschaft ist darüber hinaus auch ein wichtiges kulturelles Erbe und dient als wertvolle CO2-Senke. Es ist ausgewiesenes Ziel der Region, die verschiedenen Elemente dieser wertvollen Natur- und Kulturlandschaft zu bewahren. Dazu gehört es auch, den Wert dieser Landschaft offensiv zu kommunizieren und für Einwohner*innen und Gäste zu nutzen bzw. erfahrbar zu machen. Außerdem bietet die Natur den Menschen in der VoglerRegion weitere Ressourcen – z.B. in Form von Holz als Energieträger und Baustoff. Die Inwertsetzung des Naturraumpotenzials ist somit zugleich eine Komponente zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung.

Regionale Wertschöpfung erhöhen

Wichtig ist die Steigerung der regionalen Wertschöpfung, weil sie mit einer Erhöhung und Sicherung des Einkommens verbunden ist. Das bietet wieder Potenzial für neue Entwicklungen und verbessert die soziale Lage der Menschen in der Region.
Angesichts der Ausgangslage weist im Kontext LEADER der Tourismus die größten endogenen Potenziale auf, um die Wertschöpfung in der Region zu erhöhen und somit eine wirtschaftliche Entwicklungsperspektive zu bieten. Außerdem erfüllt er – ebenso wie die Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität – eine wichtige Doppelfunktion, da so das Umfeld, in dem alle regionalen Unternehmen agieren verbessert wird und so z.B. die Attraktivität der Region für hinzuziehende Fachkräfte steigt.
Neben dem Tourismus spielen für die regionale Wertschöpfung die regionalen Produkte eine zunehmende Rolle. Dazu gehören nicht nur in der Region produzierte Lebensmittel, sondern auch identitätsstiftende traditionsreiche Produktionsbereiche wie Glas und Porzellan oder die Verarbeitung regionaltypischer Baustoffe wie Holz und Sandstein. Diese Entwicklung soll weiter gefördert und gestärkt werden.

Gesellschaftliche Teilhabe sichern

Der Begriff gesellschaftliche Teilhabe hat viele verschiedene Komponenten und wird sehr unterschiedlich interpretiert. Hier ist er in einem sehr umfassenden Sinne verwendet und meint die Möglichkeit für alle Menschen, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Demnach soll verhindert werden, dass Teile der Bevölkerung – z.B. Ältere, körperlich und geistig Beeinträchtigte oder Menschen ohne Erwerbstätigkeit – aus bestimmten Lebensbereichen ausgeschlossen werden. Gerade im ländlichen Raum und in unserer hochmobilen Gesellschaft ist die räumliche Mobilität eine Grundvoraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe. Es sind also Maßnahmen vonnöten, die es tunlichst allen Einwohner*innen ermöglichen, Grundversorgungseinrichtungen, Arbeitsorte, Freizeiteinrichtungen sowie weitere gesellschaftlich wichtige Institutionen und Orte in der VoglerRegion zu erreichen bzw. zu nutzen. Gemäß dem Leitgedanken, Menschen zu aktivieren und einzubinden bedeutet Teilhabe aber nicht nur „mitnutzen“, sondern auch „mitgestalten“.

Ausgehend von diesen Entwicklungszielen wurden unter Berücksichtigung der Evaluierungsergebnisse aus der letzten LEADER-Förderperiode, der identifizierten Stärken und Schwächen der Region, der benannten Herausforderungen und relevanter übergeordneter Planungen vier Handlungsfelder definiert.